Nachmittagsschulen im Libanon

Jedes Kind zählt! Nachmittagsschulen für syrische Flüchtlingskinder im Libanon

Nach der verheerenden Explosion am 4. August 2020 im Hafen von Beirut rückte der Libanon für kurze Zeit in den Blick der Weltöffentlichkeit. Aber seither ist es in den Medien wieder still um ihn geworden. Dabei leben immer noch offiziell über 850.000 bei der UN registrierte Geflüchtete aus Syrien im Land, das nur 10.500 km² groß ist und ca. fünf Mio. Einwohner zählt. Insgesamt muss jedoch immer noch von über einer Million syrischen Flüchtlingen ausgegangen werden – ca. die Hälfte davon Kinder im Schulalter. 

Der Libanon steckt, ganz unabhängig von der Corona-Pandemie, in einer dramatischen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise. Selbst während des Bürgerkriegs, der vor gut 30 Jahren endete, war die wirtschaftliche Lage nie so schlecht. Inzwischen ist Hunger nicht nur für die Mehrzahl der syrischen Geflüchteten, sondern auch für über die Hälfte der libanesischen Bevölkerung eine reale Gefahr. 

Schon vor dieser Wirtschaftskrise hatten nur ca. 40% der Flüchtlingskinder die Chance, zur Schule zu gehen, z. B. in Zeltschulen im Lager. Bereits 2011 begann eine engagierte Frau, die in der Nachbarschaft der deutschsprachigen Evangelischen Gemeinde in Beirut wohnt, Nachmittagsschulen für syrische Flüchtlingskinder in der Bekaa-Ebene nahe der Grenze zu Syrien zu organisieren. Derzeit sind es drei Schulen für über 1.300 hoch­motivierte Kinder im Alter von 4-14 Jahren. Nachmittagsschulen heißen sie, weil reguläre Schulgebäude nachmittags für den Unterricht genutzt werden – nach dem Unterricht für die libanesischen Kinder. Aufgrund der Pandemie lief der Unterricht bis Mitte Mai über Whatsapp und andere Online-Medien – eine grandiose Leistung, denn es gibt nur wenige Stunden am Tag Strom und die Flüchtlingsfamilien besitzen, wenn überhaupt, ein einziges Mobiltelefon. Seit Mitte Mai können die Kinder wieder richtigzur Schule gehen, abwechselnd jeweils eine Hälfte an drei Tagen in der Woche. Zudem wurde das Schuljahr bis Ende August verlängert, um den Stoff aufzuholen. Die Kinder sind glücklich, endlich wieder aus dem Lagerleben herauszukommen und gemeinsam lernen zu dürfen! 

Die Nachmittagsschulen sind die einzige Chance für diese Kinder, lesen, schreiben, rechnen u.a. zu lernen und so eine Perspektive für die Zukunft zu erhalten. Denn: Jedes Kind zählt!

Auch dieses Jahr ist ein Gutteil des Erlöses aus dem Sommertrödelmarkt der Gemeinde Dahlem wieder für dieses Projekt bestimmt. Vielen herzlichen Dank an die Gemeinde, an das Basarteam und an alle, die zum Gelingen und zum Spenden sammeln und „auf den Weg bringen” beitragen.

Berlin, 30. Juli 2021

Dr. Chris Lange

Mobil: 0152-0794-3935, E-Mail

Dr. Chris Lange lebte mit ihrem Mann, Jonas Weiß-Lange, von 2009 bis 2018 im Libanon. Er war dort Pfarrer der Deutschsprachigen Evangelischen Gemeinde in Beirut, sie die Sozialarbeiterin. Davor war er 10 Jahre Pfarrer in Nikolassee und davor 10 Jahre in Dahlem. 

 

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