Sanierungsprojekt Jesus-Christus-Kirche

Bauphase I (Gebäudehülle, energetische Optimierung, Akustik)Die Baustelle mit dem Kran ist eingerichtet, Innengerüst und Außengerüst der Kirche sind aufgebaut, das Dach wird abgedeckt und mit der heiklen Dämmung und der ebenso heiklen teilweisen Ersetzung der Schallabsorber wurde begonnen. Aber das war alles nicht so einfach wie es klingt: Die Kranstandfläche war zu weich und musste zunächst mit Bauschutt und schweren Geräten verdichtet werden.

Das kostete Zeit, weswegen das Turmgerüst nicht rechtzeitig vor dem Brüten unseres treuen Turmfalken aufgestellt werden konnte. Das Turmgerüst muss nun warten, bis die jungen Falken im Juli flügge geworden sind. Den Kran brauchten wir, weil sonst eine Baustraße durch den Kindergartenbereich in den Garten notwendig gewesen wäre, um das Material für die Dacherneuerung auf der Gartenseite und für das Turmgerüst anzuliefern. 

Um den Kran auch bei den Dacharbeiten nutzen zu können, aber auch wegen der hohen Kosten, mussten wir auf ein Überdach verzichten. Somit können die Dacharbeiten, insbesondere der Einbau der Dämmung und der nässeempfindlichen Schallabsorber nur bei trockenem Wetter stattfinden; eine Operation im offenen Dach, das arbeitstäglich durch eine Plane vor Regen geschützt werden muss.

Schon mehrfach haben wir darüber berichtet, ob und mit welchem Material man das bislang ungedämmte Dach mit einer Wärmedämmung ausstatten und die beschädigten Schallabsorber ersetzen kann, ohne der Akustik zu schaden. Akustische Messungen in der Kirche, eine Testserie an der TU Dresden und drei Testserien im Hallraum der TU Berlin sowie zwei Gutachten der Fa. Moll und der TU Berlin haben für die notwendigen Daten und Empfehlungen gesorgt. Die bauphysikalische Untersuchung hat sichergestellt, dass trotz der Wärmedämmung des Daches kein Kondenswasser im Dach entstehen kann. 

Zunächst war aufgrund des Gutachtens der TU geplant, die alten Torfotekt-Schallabsorber, die heute nicht mehr hergestellt werden können, vollständig durch Mineralwollplatten zu ersetzen. Erst nachdem man die alten Schallabsorber im Dach näher untersuchen und feststellen konnte, dass sie zu ca. 80% gut erhalten und nur an den undichten Stellen des Daches durch Feuchtigkeit beschädigt sind, wurde aufgrund des Gutachtens der Firma Moll und mit Zustimmung der TU-Gutachter beschlossen, nur die schadhaften Platten zu ersetzen. Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung hat bestätigt, dass die alten Platten fast unbegrenzt halten, wenn sie vor Feuchtigkeit geschützt werden. 

Nach dem aktuellen Zeitplan werden die Arbeiten am Dach, an der Kirchenfassade und an den Kirchenfenstern Ende September abgeschlossen. Die Arbeiten an den Dächern und Fassaden des Pfarrhauses und des Gemeindehauses sollen bis Ende November dauern. Wetterbedingte Verzögerungen sind leider möglich.

Ab August bis Ende November 2021 wird die Heizung der Kirche mit einem Gasbrennwertkessel, neuen Heizkörpern und -leitungen und einer Bodenheizung im Bereich des Holzfußbodens erneuert. Durch das neue Heizsystem in Verbindung mit der Wärmedämmung des Daches wird ein Drittel des bisherigen Energieverbrauchs eingespart. Das ist die optimal erreichbare Einsparung. Alle anderen Wege wie z.B. Fernheizung und Wärmepumpe haben sich als nicht gangbar oder zu kostspielig erwiesen.

Den Fortgang der Arbeiten überwacht das erfahrene Architekturbüro Beusterien mit akribischer Kostenkontrolle, wöchentlichen Baubesprechungen und regelmäßigen Berichten an das Bundesbauamt und die Geldgeber. Bisher bleiben wir gut im Kostenrahmen, aber es können noch unvorhergesehene Kosten z.B. bei der Sanierung der Dachsparren entstehen.
 
Bauphase II (Emporenumbau, Barrierefreiheit, Innenrenovierung)

Nachdem Herr Prof. Suselbeek eine exzellente Entwurfsplanung und eine Kostenschätzung in Höhe von ca. 1,5 Mio Euro vorgelegt hat, müssen wir uns zunächst wieder um die Finanzierung bemühen. Wir hoffen auf eine ähnliche Förderung wie für die Bauphase I, was aber keineswegs gesichert ist.
Um die Förderanträge stellen zu können, wurde die vorläufige Planung im Gemeindekirchenrat am 9. März und in der digitalen Gemeindeversammlung am 21. April gebilligt. Der Denkmalschutz hat am 22. April grundsätzlich zugestimmt. Über die Planung und die Aussichten auf finanzielle Unterstützung werden wir in der nächsten Ausgabe des Gemeindeblattes berichten.

Bleibt es bei dem Zeitplan, dann wäre die Kirche im Dezember wieder offen, bis im nächsten Jahr die Bauphase II und danach die Sanierung der Orgel beginnen können.

Wolfgang Dix

 
Spendenkonto:
Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Dahlem
Evangelische Bank eG, BIC: GENODEF1EK1
IBAN: DE68 5206 0410 3203 9663 99
Verwendungszweck: Spende Sanierung JCK
Bitte Adresse angeben für die Spendenbescheinigung
 

Tagesspiegel 29.9.2018: »Dach und Bach« Die Dahlemer Jesus-Christus-Kirche ist berühmt für ihre Akustik. 

 

 

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